Kompetenz in Zahngesundheit
Kompetenz in Zahngesundheit 

Günstige Zahntechnik mit Migrationshintergrund

Die kranken Kassen, die Krankenversicherungen und die Werbung hämmern uns ein:

 

Seien Sie schlau: „Fragen Sie Ihren Zahnarzt nach billigem (?) Zahnersatz!“

 

Die deutschen Zahntechniker rufen uns zu: „Nein, nur bei uns gibt es beste Qualität und Service!“

 

Was tun? Kann alles gleichzeitig richtig sein?

 

Ich werde Ihnen auch hier bei der Antwort helfen. Dazu einige Feststellungen:

 

  1. Zahntechnik ist arbeitsintensiv, Arbeit kostet Zeit und Geld, und jede zahntechnische Arbeit ist ein individuell angefertigtes Einzelstück. Da menschliche Arbeit auf dieser Welt sehr unterschiedlich bewertet wird, gibt es die Globalisierung. Die Lohnkosten im In- und Ausland geben den jeweiligen Sozialstandard wieder. Im Zuge der Globalisierung, auch wenn sie uns nicht in allen ihren Ausprägungen gefällt, ergeben sich daraus zumindest wirtschaftliche Motive, um Zahntechnik im Ausland fertigen zu lassen.
  2. Zahntechnik ist individuell.
  3. Zahntechnik ist Vertrauenssache. Vertrauen funktioniert nur in einer Atmosphäre von Offenheit und Fairness.
  4. In den letzten 12 Jahren hat das deutsche Zahntechnikerhandwerk die Hälfte seiner Betriebe und Mitarbeiter verloren. Die Prognose geht von einer weiteren Halbierung in den nächsten 7 Jahren aus. Es ist sicher angemessen, festzustellen, dass dieser Rückgang zu einem großen Teil auf den Export von hoch qualifizierten Arbeitsplätzen ins Ausland zurückzuführen ist. Förderer dieser Entwicklung sind rein wirtschaftlich orientierte Handelsfirmen, die kranken Kassen und die Krankenversicherungen, und nicht zuletzt wir Verbraucher mit unserem Lieblingsvolkssport: „je billiger, umso besser, umso schlauer!
  5. Pikantes Detail: seit wann schon beklagen die kranken Kassen „wegbrechende Beitragseinnahmen“? Könnte es sich um ein von den Kassen selbst gemachtes Problem handeln? Und noch ein Detail: durch das System der sogenannten Festzuschüsse beim Zahnersatz (seit 2005) macht es für die kranken Kassen keinen Unterschied, ob die Zahntechnik mehr oder weniger kostet: sie bezahlen in jedem Fall nur den Festzuschuss zur Zahnersatzbehandlung, unabhängig davon, ob eine billige oder teure Variante zur Ausführung kommt. „Unter dem Strich“ bezahlen sie nur noch, verglichen mit der früheren Regelung, einen kleinen Teil der Kosten der Zahnersatzbehandlung. Wer bei den Kassen behauptet, „dass im Gegensatz zu früher nun auch Implantatbehandlungen bezahlt würden“, der verxxx die Versicherten, denn: es gibt von der Kasse immer nur den Festzuschuss, ganz gleich, für welche Behandlungslösung sich PatientIn und Zahnarzt entscheiden.
  6. Die Großlabore im Ausland (überwiegend, aber nicht nur, Hongkong bzw. China) mit mehreren Hundert, teilweise mehreren Tausend Mitarbeitern produzieren nicht nur für deutsche Krankenkassenpatienten, sondern für den Weltmarkt. Die Qualitätsstandards sind zertifiziert, was nichts über die Qualität und Präzision der Materialien und Produkte aussagt, sondern, wie auch hier in Deutschland, nur über die Erfüllung bürokratischer Dokumentationspflichten. Ob die Produkte und Materialien gut oder schlecht sind, oder ob der Zahnersatz richtig geplant und durchgeführt wird oder nicht, ob die optimale (Langzeit-)Präzision erzielt wird, ob die Zahntechnik vom Zahnarzt perfekt eingegliedert wird: Zertifizierung, kommuniziert als „Qualitätssicherung“ oder „Qualitätsmanagement“ ist hier (D) wie dort (Fernost) irre führend, da eine Aussage über „exzellent“, „mittelmäßig“ oder „schlecht“ nicht getroffen wird und auch nicht getroffen werden kann. Dies gilt gleichermaßen für Arztpraxen. Anmerkung: Zertifizierungen werden nicht von Ärzten oder anderen Spezialisten vorgenommen, sondern von „Fachleuten für Zertifizierung“, die man als Fachleute für das Abfragen bürokratischer Anforderungsprofile anerkennen muss. (Sie kennen das aus dem Pflegebereich.) Auch wenn „Zertifizierung“ immer wieder Hand in Hand mit „Qualitätsmanagement“ und ISO- und EU-Normen, deren Sinn und Inhalt kaum ein Verbraucher wirklich kennt, daherkommt: „Zertifizierung“ und „Qualitätsmanagement“ haben nicht das geringste mit der Qualität der Behandlung zu tun! Hier gibt es eine enge Verbindung zu Punkt 3: Zahntechnik ist Vertrauenssache. Unsere Erfahrungen mit Zahntechnik aus Fernost sind „durchwachsen“ und im Einzelfall völlig unvorhersehbar. Fernöstliche Produkte sind unserer bzw. meiner persönlichen Kontrolle als Zahnarzt entzogen. Aus langjähriger Erfahrungen mit den Meisterlaboren, das nicht nur bei Standardversorgungen unser Vertrauen genießt, sondern auch bei komplizierter Prothetik und individueller Ästhetik in der ersten Liga spielt, empfehlen wir ganz eindeutig die Zusammenarbeit mit den inländischen Kollegen.
  7. Das Auslandslabor ist für mich als Zahnarzt (und Sie als Patient) anonym. Selbst wenn wir erführen, wer unsere Zahntechnik hergestellt hat, so wissen wir nicht, wer die nächste anfertigen wird. Die „Handschrift“ des Zahntechnikers (und wir haben keine Ahnung, ob es sich um Zahntechniker nach unseren Standards handelt) ist ebenso individuell von Können, Erfahrung und Engagement geprägt wie die des Zahnarzts.
  8. Die Labortechnik des Meisterlabors in D ist für mich als Zahnarzt und Sie als Patient berechenbar. Die Auslandstechnik ist wie ein Überraschungsei: wir wissen, dass Schokolade dabei ist, aber wir wissen nicht, wer uns was in die Schokolade eingepackt hat.
  9. Das inländische Meisterlabor steht mit den anderen örtlichen Laborbetrieben im Wettbewerb um die Zahnärzte. Dieser Wettbewerb findet auch, aber nicht unbedingt in erster Linie, über den Preis statt. (In Deutschland haben wir gesetzlich festgesetzte Zahntechnikpreise; welche – qualitativen - Folgen gesetzlich vorgeschriebene Mindest- oder Höchstpreise haben, wissen wir in Deutschland nach 40 Jahren realem Sozialismus sehr genau.) Das inländische Meisterlabor kann nicht billiger als Fernost sein, sondern es muss besser sein. Dieses „Bessersein“ bezieht sich auf eine umfassende Leistung: die Qualität der eingesetzten Materialien, Zuverlässigkeit, Verarbeitung, Präzision, Individualität, Kommunikation, Service, Kulanz etc.

 

Fazit:

 

  1. Bei hohem Anspruch an die Behandlung bevorzuge ich sehr eindeutig die Zusammenarbeit mit dem eingespielten Partner, also dem Meisterlabor „vor Ort“.
  2. Bestimmen finanzielle Engpässe die Entscheidung, und nur dann!, so kann die Zusammenarbeit mit einem Auslandslabor erwogen werden. Bei komplizierten Behandlungen, oder wenn ein hohes Kommunikationsniveau zwischen der Praxis und dem Labor wichtig ist, ist dem Meisterlabor „vor Ort“ der Vorzug zu geben.
  3. Manche Werkstoffe oder zahntechnische Arbeiten, insbesondere Vollkeramik, müssen oder sollten zumindest nach der Anprobe beim Patienten und der Feststellung der optimalen Passgenauigkeit im Dentallabor endvergütet werden. Hierfür noch einmal oder womöglich mehrmals um die halbe Welt zu fliegen, ist unzumutbar, unpraktikabel und macht vordergründige Kostenvorteile wieder zunichte. Wenn wir darauf verzichten, verzichten wir auf Qualität, Präzision, Langlebigkeit und unsere anderen Ziele und nehmen genau die Risiken in Kauf, die wir vermeiden wollen und können.
  4. Noch eine sozial- bzw. ordnungspolitische Anmerkung: wer sich aktiv am Export hoch qualifizierter und spezialisierter Dienstleistungen (hier: Zahntechnik) ins Ausland beteiligt, der sollte sich hüten, über die „schwierigen Verhältnisse“ zuhause zu lamentieren.
  5. Und noch ein Umweltaspekt: Transporte von Zähnen rund um die Welt mögen möglich und bezahlbar geworden sein: sie verbrauchen Ressourcen, die für andere Aktionen sinnvoller und umweltschonender einzusetzen bzw. deren Verbrauch ganz zu vermeiden wäre.

 

 

Höchste kosmetische Natürlichkeit, biologisch beste Verträglichkeit für alle, höchste Präzision mit größter Langlebigkeit bei niedrigstem Preis oder gar „Zahnersatz zum Nulltarif“ in einem Versorgungssystem, das durch Gesetz verordnete Festpreise eine „ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung“ vorgibt, gewährleisten zu können: es gibt sie nicht,

 

die „eierlegende Wollmilchsau“.

 

Wir werden mit Ihnen den für Sie besten Weg finden.

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© Dr. Ulrich Schneider