Kompetenz in Zahngesundheit
Kompetenz in Zahngesundheit 

Umwelt(zahn)medizin: Was ist das?

Die Umweltzahnmedizin ist ein Fachbereich, der Zahnärzte, Ärzte anderer Fachrichtungen, Ingenieure, Heilpraktiker, andere Therapeuten und Zahntechniker zusammenführt.

 

Im Zentrum des Interesses steht dabei die umfassend ausgerichtete zahnärztliche Behandlung chronisch kranker Patienten sowie die Anwendung individueller präventiver (erkrankungsvorbeugender) Behandlungskonzepte mit dem Ziel, chronische Erkrankungen des Munds und der Zähne, aber auch fernab des Munds zu vermeiden oder zu heilen.

 

Und genauer?

Die moderne Medizin beherrscht heute weitgehend die Krankheiten früherer Jahre: Infektionskrankheiten wie z.B. Tuberkulose und Hepatitis.
Die chronischen, entzündungsbedingten Krankheiten jedoch nehmen einen immer höheren Stellenwert ein. Die Forschungen der letzten Jahre haben ergeben, dass wesentlich mehr chronische Erkrankungen als bisher vermutet mit Entzündungen einhergehen und von ihnen unterhalten werden. Dazu gehören Allergien, Diabetes, Rheuma, Magen-, Darm-, und Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen sowie auch Parodontitis. Der Anteil an der Bevölkerung, die an Allergien leidet, hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt, und die Patienten werden immer jünger.

Chronische Entzündungserkrankungen sind die Epidemie der Moderne.

Allein durch die Genetik („Erbgut“) ist diese Zunahme nicht zu erklären. Man weiß heute, dass eine Vielzahl von individuellen Trigger- und Kofaktoren als Auslöser chronisch entzündlicher Erkrankungen bedeutsam sind.

Die moderne Medizin trägt hierzu leider auch bei, denn Eingriffe in die Integrität der Menschen sind zur täglichen Routine geworden: Fremdmaterialien in der Zahnmedizin, Orthopädie und Chirurgie, Medikamente, Hormone etc. Es wird häufig vergessen, dass jeder Eingriff in den Organismus Auswirkungen auf den gesamten Körper hat. Die Spezialisierung in der modernen Medizin hat auch die Nebenwirkung, dass Folgeerkrankungen vom Facharzt oft nicht erkannt werden, wenn diese nicht im eigenen Fachbereich eintreten.

Als Zahnarzt bin ich gezwungen, Fremdmaterialien in die Körper der Patienten auf Dauer einzubringen. Ausnahmslos jedes Material kann einen Auslöser für chronische Entzündungen darstellen, denn jedes Material geht Wechselwirkungen mit dem Organismus ein. Andererseits treffe ich als Zahnarzt immer häufiger Patienten, die schon an chronisch entzündlichen Erkrankungen leiden. Hier müssen wir gezielt nach unverträglichen Materialien oder Störfaktoren suchen und zusätzliche Reize vermeiden, um die schon bestehende Erkrankung nicht noch zu verschlimmern.

Als Zahnarzt mit einem Schwerpunkt auf der UmweltZahnmedizin (es wäre auch zutreffend, den Schwerpunkt „ganzheitliche Zahnmedizin“ zu nennen,) kenne ich viele Zusammenhänge zwischen allgemeinmedizinischen Erkrankungen, den Organen und dem Mundraum. Meine Arbeit umfasst nicht nur den Erhalt oder die Wiederherstellung des Gebisses, sondern beschäftigt sich gleichfalls mit Fragen der Toxikologie, der Immunologie, der Allergologie und der Werkstoffkunde. Unsere diagnostischen Möglichkeiten umfassen das gesamte aktuell mögliche Spektrum, um Ihre Sicherheit zu erhöhen.

Was bedeutet das für Sie als Patienten?

Nach einer eingehenden Befragung („Anamnese“) zur gesamtgesundheitlichen Situation suche ich mittels einer gründlichen Untersuchung im Mundraum nach Faktoren, die über eine toxikologische Dauerbelastung oder eine Belastung des Immunsystems einen entzündlichen Prozess bewirken können. 
Störfaktoren können...
   - verlagerte Weisheitszähne,
   - eine unbemerkte oder unbehandelte chronische Zahnbetterkrankung,   
   - unbemerkte Entzündungen an den Wurzelspitzen der Zähne,
   - unbemerkte Zahnmark („Pulpa“-)entzündungen,
   - einer oder mehrere wurzeltote Zähne,
   - unzureichende Zahnwurzelbehandlungen,
   - ein für den Patienten ungeeignetes oder unverträgliches Füllungs-,
   - Kronen-, Prothesen- oder Implantatmaterial, Kleber, Zemente,
   - oder auch andere Faktoren
sein. 


Die Diagnostik allein reicht aber nicht.

Ich muss auch wissen, wodurch ggf. das problematische Material ersetzt werden kann. Es gibt zwar (sowohl positive als auch negative) Erfahrungswerte, aber heute können wir bereits im Vorfeld einer Behandlung klären, ob eine Sensibilisierung oder individuelle Unverträglichkeit gegen das neu einzubringende Material vorliegt. Anderenfalls besteht die Gefahr für den Patienten, „vom Regen in die Traufe zu kommen“.

Die heute als so wichtig wahrgenommene und von der allgegenwärtigen Werbung mit wirtschaftlichen Motiven angepriesene Ästhetik bzw. Kosmetik ist unter gesundheitlichen Aspekten lediglich als Konsequenz einer gesunden zahnärztlichen Behandlung denkbar und sinnvoll, und nicht als ihr Selbstzweck.

 

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© Dr. Ulrich Schneider